Entfernung von Speichelsteinen

Was sind Speicheldrüsen?

Man unterschiedet die großen, paarweise jeweils auf der linken und rechten Seite angelegten Speicheldrüsen, die Ohrspeicheldrüse, die Unterkieferspeicheldrüse und die Unterzungendrüse sowie die kleineren Speicheldrüsen, die in den Lippen, der Zunge und am Gaumen lokalisiert sind.

Die Ohrspeicheldrüse liegt vor und unterhalb des Ohres zwischen der Haut und dem Kaumuskel. Ihr Ausführungsgang endet im Mundvorhof im Bereich des zweiten oberen Backenzahnes. Die Unterkieferspeicheldrüse liegt unterhalb der Mundbodenmuskulatur an der Innenseite des Unterkiefers, ein hakenförmiger Drüsenausläufer zieht um den Hinterrand des Mundbodenmuskels und verläuft anschließend auf diesem. Der ca. 5-6 cm lange Ausführungsgang endet an einer kleinen Erhebung nahe dem Zungenbändchen. Die Unterzungendrüse liegt direkt auf der Mundbodenmuskulatur. Sie hat mehrere kurze Ausführungsgänge beiderseits der Zunge und einen größeren Ausführungsgang, der gemeinsam mit der Unterkieferspeicheldrüse am Zungenbändchen endet.

Die kleineren Speicheldrüsen sind in Form von kleineren Läppchen in unterschiedlicher Dichte in der Schleimhaut angeordnet. Auch sie verfügen über kleine Ausführungsgänge, die allerdings mit bloßem Auge nicht erkennbar sind.

Der in den jeweiligen Speicheldrüsen produzierte Speichel hat eine unterschiedliche Konzentration an Proteinen und Salzen. Während der Speichel aus der Ohrspeicheldrüse relativ flüssig ist, ist der Speichel, der in der Unterkiefer- und Unterzungendrüse produziert wird, relativ zähflüssig.

Der produzierte Speichel erfüllt viele Aufgaben. Er verflüssigt die zerkleinerte Nahrung, um den Transport zur Speiseröhre und das Schlucken zu erleichterten und die im Speichel enthaltenen Enzyme tragen zur Nahrungsverdauung bei. Darüber hinaus dienen Immunglobuline (Antikörper) der Abwehr von krankheitserregenden Bakterien in der Mundhöhle. Mineralien tragen zur Stärkung der Zahnhartsubstanz bei und wirken auf diese Weise der Entstehung von Karies entgegen.

 

Was sind Speichelsteine?

Ein Speichelstein (Sialolith) entsteht durch eine veränderte Zusammensetzung des Speichels, der ein Verklumpen der festen Bestandteile und Salze fördert. Oft ist es ein über lange Zeit anhaltender Flüssigkeitsmangel und dadurch bedingtes Eindicken des Speichels, der die Steinbildung bedingt.

Speichelsteine entstehen meist in der Unterkieferspeicheldrüse und können den Ausführungsgang der Drüse verlegen. Beim Essen schwillt diese rasch an und verursacht starke Schmerzen. Die Ausführungsgänge neben dem Zungenbändchen sind geschwollen und leicht gerötet. Beim Essen schwillt die betroffene Speicheldrüse rasch an und schmerzt. Manchmal kommt es aufgrund der Stauung zu einer Infektion des Speichels bzw. der gesamten Drüse.

Etwa 60 bis 80 % der Speichelsteine können relativ einfach durch eine sog. Mundbodenaufnahme des Unterkiefers röntgenologisch dargestellt werden. Die Steine sind ab einer Größe von 2 bis 3 mm und bei ausreichendem Salzgehalt nachweisbar. Allerdings sind nicht alle Speichelsteine röntgendicht, wodurch eine falsch negative Diagnose gestellt werden kann. Zur weiteren Diagnostik, insbesondere bei Verdacht auf das Vorhandensein eines Steins innerhalb des Drüsenkörpers werden Ultraschall, die Magnetresonanztomographie und Röntgenkontrastaufnahmen zur Darstellung des Gangsystems innerhalb der Drüse angewendet.

Abbildung: Mundbodenröntgenaufnahme eines Speichelsteins (a). Speichelstein nach seiner Entfernung (b)

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Manchmal nutzt auch schon das häufige Anwenden von speichelflussanregenden Mitteln wie Zitronen, Bonbons oder Kaugummis. Nicht selten löst sich ein Stein, insbesondere wenn er nah am Ausgang des Ausführungsganges lokalisiert ist, von alleine.

Als weitere Maßnahme kann der Versuch unternommen werden, den Stein mit der Hand heraus zu massieren.

Führen die o.g. Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg, muss eine chirurgische Gangschlitzung erfolgen. Hierzu wird der Gang mit einer feinen Sonde aufgefunden und bis zu der Stelle, an der sich der Stein befindet aufgeschlitzt. Die Wundenden werden mit der umgebenden Schleimhaut vernäht und eventuell für wenige Tage ein Röhrchen eingelegt.

Unter Umständen kann man den Stein mittels einer Lithotripsie (Stoßwellenbehandlung) zerkleinern. Die kleinen Bruchstücke werden dann ausgeschwemmt. Die Entfernung der gesamten Speicheldrüse ist indiziert, wenn der Stein sehr tief sitzt und alle anderen Therapieversuche fehlgeschlagen sind.

 

Welche Prognose hat die Behandlung?

Meist sind mehrere Speichelsteine vorhanden. Ist derjenige, der die Probleme verursachte, entfernt, kann ein anderer nachrücken und wieder den Ausgang der Drüse verlegen. Ob und wann dies passiert, ist nicht vorhersagbar, endgültige Heilung bringt manchmal nur die komplette Entfernung der Drüse.